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Meine Prismenbrille
Schielende Augen können Kopfschmerzen, Schwindel oder eine hohe Lichtempfindlichkeit der Augen hervorrufen. Spezielle Prismenbrillen beheben diese Symptome sorgen dafür, dass das Sehen trotz schielender Augen gut möglich ist.
geschrieben von Moritz Wettstein am 17. Mai 2020 und geprüft von Optikermeister Hans-Peter Platten
Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft.

Schielen ist eine unbekannte Volkskrankheit. Bei circa 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung stehen die Augen nicht vollkommen parallel. Von den meisten Betroffenen wird das Schielen aber kaum bemerkt. Lediglich in 10 bis 15 Prozent der Fälle führt die Winkelfehlsichtigkeit zu Beschwerden. Hier kann eine Prismenbrille eingesetzt werden, um die Augen zu entlasten und den Fehler zu korrigieren.

Wie funktioniert eine Prismenbrille?

In den Gläsern der Prismenbrille sind Prismen eingearbeitet, die mit bloßem Auge meist nicht sichtbar sind. Sie brechen einfallendes Licht allerdings so, dass die Augenmuskulatur entlastet wird und Beschwerden behoben werden.

Stereoskopisches Sehen Prismenbrille - In den Gläsern der Prismenbrille sind Prismen eingearbeitet, die mit bloßem Auge meist nicht sichtbar sind. Sie brechen einfallendes Licht allerdings so, dass die Augenmuskulatur entlastet wird und Beschwerden behoben werden.

Durch eine Prismenbrille kann nicht nur eine Winkelfehlsichtigkeit korrigiert werden. Sie kann auch als Test vor einer Operation an der Augenmuskulatur getragen werden. Dies dient als Vorbereitung für die Umgewöhnung und simuliert den Effekt der Vorbereitung.

Welche Beschwerden ruft Schielen hervor?

Die Winkelfehlsichtigkeit wird mithilfe einer Prismenbrille ausgeglichen. Die Prismendioptiren beheben die durch das Schielen hervorgerufenen Beschwerden. Bei diesen typischen Beschwerden handelt es sich unter anderem um:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Augenschmerzen
  • schnelle Ermüdung der Augen, beziehungsweise der Augenmuskeln
  • Lichtempfindlichkeit
  • Doppelbilder und andere Sehstörungen, wie verschwommenes Sehen
  • tränende Augen

Zudem kann selbstverständlich auch das offensichtliche Schielen belastend sein, dass aber nicht in jedem Fall ohne entsprechende Untersuchungen ersichtlich ist.

Was macht das Auge bei Winkelfehlsichtigkeit und Schielen?

Welche Vor- und Nachteile haben Prismenbrillen?

Durch eine Prismenbrille kann ein chirurgischer Eingriff an den Augenmuskeln einschließlich der damit einhergehenden Risken vermieden werden. Dadurch stellt die Prismenbrille eine Alternativlösung dar.

Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die Prismenbrillen auch Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmungen korrigiert werden können. Dieser Effekt ist jedoch nur während des Tragens der Brille vorhanden. Bei einer operativen Korrektur wird die Fehlsichtigkeit hingegen dauerhaft behoben.

Ein möglicher Nachteil ist, dass die Augen und deren Muskulatur bei einer Überkorrektur verstärkt leiden können. Eine Überkorrektur wird beispielsweise durch eine falsche Einarbeitung der Prismen hervorgerufen.

Prismenbrille korrigiert eine Störung des stereoskopischen Sehens.

Prismenbrille: Verträglichkeit und Eingewöhnung

Die Gewöhnung an die Prismenbrille geht relativ schnell von statten. Bereits nach wenigen Stunden ist der positive Effekt der Brille spürbar. Verglichen mit anderen Brillenarten erfolgt die Gewöhnung an die neue Brille entsprechend schnell.

Was muss beim Kauf einer Prismenbrille beachtet werden?

Aufgrund des häufigen Auftretens der Winkelfehlsichtigkeit ist ein großer Teil der Brillengläser den Prismenbrillen zuzuordnen. Insofern unterscheiden sich die Auswahl und der Kauf also nicht von dem anderer Brillenarten. Es gibt aber dennoch ein paar Faktoren, die beim Kauf und in der Gewöhnungszeit beachtet werden sollten. Darunter:

  • die Kosten: Vom Augenarzt verschriebene Prismengläser werden bei Kindern anteilig von der Krankenkasse übernommen. Bei Erwachsenen kann dies auch der Fall sein. Jedoch ist die Verordnung einer Prismenbrille keine Indikation für eine Zuzahlung von der Krankenkasse.
  • Augenarzt: Für Prismenbrillen sollten unbedingt Messungen vom Augenarzt durchgeführt werden, damit die ausgleichenden Werte exakt ermittelt werden können.
  • Folgebeschwerden: In manchen Fällen gewöhnen sich die Augen des Patienten nur sehr langsam an die Prismenbrille. Die Beschwerdn halten unverändert an oder werden durch die Brille noch verstärkt.

Wenn die Eingewöhnung nicht innerhalb weniger Stunden oder Tage erfolgt, wurde die Brille vermutlich nicht optimal angepasst. Das heißt, die Abmessung und Auslegung der Gläser passt nicht zu den individuellen Ansprüchen der Augen. Auch in diesem Fall sollte nochmals ein Optiker und gegebenenfalls ein Augenarzt aufgesucht werden. Er wird die entsprechenden Korrekturen vornehmen oder eventuelle Krankheiten erkennen und behandeln.

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