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Mein Sicherheitsglas: Polycarbonate oder Trivex für eine optimale Sicherheit des Auges
Sicherheitsgläser können für verschiedene Brillenarten sinnvoll oder sogar erforderlich sein. Aufgrund der Stabilität werden sie häufig in Kinderbrillen und Sportbrillen vernbaut. Doch welches Material ist hierfür besser geeignet - Polycarbot oder Trivex?
geschrieben von Moritz Wettstein am 17. Mai 2020 und geprüft von Optikermeister Hans-Peter Platten
Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft.

Sollte eine Brille besonders stabil sein wurden bisher stets Gläser aus Polycarbonat verwendet. Doch seit einigen Jahren stellt Trivex eine moderne Alternative zu Polycarbonat dar. Doch welches Material ist sicherer? Welches Material überzeugt durch ein geringeres Gewicht, besseren Preis und mehr Stabilität? Der Vergleich zeigt es.

Polycarbonate – eine deutsche Entwicklung erobert die Welt

1898 stößt der deutsche Chemiker Alfred Einhorn auf Polycarbonat und beschäftigt sich jahrzehntelang mit dem Kunststoff. Erst in den 1950er Jahren findet sich aber eine kommerzielle Verwendung für das Material: Es dient aufgrund seiner hohen Widerstandskraft als Sicherheitsglas. In den 1970er Jahren wird das bisher bräunliche getönte Polycarbonat farblos und klar. Die Einsatzbereiche nehmen dadurch schlagartig zu.

Verwunderlich ist das nicht, denn der besondere Kunststoff ist deutlich bruchsicherer als Glas. Im Bereich der Brillen lassen sich dünnere und damit leichtere Linsen herstellen. Besonders bei hohen Dioptrienwerten ist das ein Vorteil.
Ein weiterer Vorzug ist zudem, dass Polycarbonat einen 99 bis 100-prozentigen UV-Schutz bietet. Es ist also keine zusätzliche UV-Schutz-Beschichtung erforderlich.

Trivex: Vom Militärflugzeug zum Brillenglas

Trivex wurde für den Einsatz in Militärflugzeugen entwickelt. Von diesem ursprünglichen Verwendungszweck fand der spezielle Kunststoff viele weitere Einsatzebereiche, unter anderem als Brillenglas.

Das Material ist im Vergleich zu Standardbrillengläsern und sogar zu Polycarbonat enorm stoßfest und bruchsicher. Es bietet auch ohne zusätzliche Beschichtung einen 100-prozentigen Schutz vor UV-Strahlung und ist sehr leicht. Zudem weist es einen höheren Brechungsindex als Standardglas auf und kann daher deutlich dünner gefertigt werden.

Der Vergleich von Polycarbonat und Trivex auf einen Blick

Trivex-Gläser oder Polycarbonat-Gläser? Die Unterschiede zwischen den Materialeigenschaften sind gering, aber dennoch zu beachten. Wer vor der Entscheidung steht, findet hier die Vergleichspunkte.


PolycarbonatTrivex
Bruchsicherheithohe Bruchsicherheithöchste Bruchsicherheit im Vergleich zu Glas, anderen Kunststoffen und Polycarbonat
Stärkeweist einen Brechindex von 1,58 auf und kann daher sehr dünn, sogar dünner als Trivex gehalten werden.der Brechindex liegt bei 1,53 sodass Trivex noch immer sehr dünn ist
Gewichtist deutlich leichter als Standardglas aber schwerer als TrivexTrivex ist leichter als Polycarbonat, dafür aber nicht ganz so dünn, daher ist nicht immer ein eindeutiger Vorteil gegeben
UV-Schutz99-100-prozentiger Schutz100-prozentiger Schutz
Klarheitklarnoch klarer als Polycarbonat
VerfügbarkeitEs finden sich sehr viele verschiedene Formen und Arten von BrillengläsernVielseitig verfügbar, jedoch kleinere Auswahl als bei Polycarbonat
Kostenetwas günstiger als Trivexetwas teurer als Polycarbonat

Fazit

Polycarbonat bietet eine große Vielseitigkeit, ist aber weniger bruchsicher und etwas schwerer – dafür jedoch auch günstiger. Trivex bietet die bessere optische Klarheit, ist leichter und widerstandsfähiger – dafür aber auch teuer und das Angebot ist nicht so umfassend.

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