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Was ist ein Sehtest und wie läuft er ab?
Im Laufe eines Lebens müssen wir mehrfach einen Sehtest durchführen lassen – für den Führerschein, den Kauf einer neuen Brille oder zur Kontrolle der Korrekturwerte. Hier erfährst du alles rund um den Sehtest!
geschrieben von Moritz Wettstein am 30. Juni 2020 und geprüft von Dr. med. Andreas Künster
Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft.

Der herkömmliche Sehtest ist die Mutter der Augenuntersuchungen. Durch die Kontrolle der Sehstärke können Fehlsichtigkeiten und Augenkrankheiten erkannt und gegebenenfalls durch eine Sehhilfe korrigiert werden. Im folgenden Text verraten wir Dir, wie der Sehtest abläuft, welche Informationen er dir liefert und wie oft du ihn durchführen lassen solltest.

Was ist ein Sehtest?

Um das Sehvermögen der Augen zu überprüfen, muss ein Sehtest gemacht werden. Dieser kann entweder beim Augenoptiker, bei einem Arbeitsmediziner oder beim Augenarzt durchgeführt werden.

Es gibt unterschiedliche Gründe für die Durchführung eines Sehtests. Beispielsweise kann der Sehtest im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung oder bei einem konkreten Verdacht auf eine Erkrankung erfolgen. Obendrein kann ein bereits vorhandener Sehfehler mithilfe eines Sehtests überprüft werden und gegebenenfalls weiter korrigiert werden. Auch im Bereich der Arbeitsmedizin müssen regelmäßig Sehtests durchgeführt werden, da eine gute Sehkraft in vielen Berufsfeldern zwingend notwendig ist.

Ein Sehtest wird auch dann durchgeführt, wenn ein Führerschein jedweder Art gemacht werden soll. Ohne einen bestandenen Führerscheinsehtest kann die Teilnahme an der Prüfung zum Führerschein nicht beantragt werden.

Was ist die Sehschärfe und wie wird sie bestimmt?

Bei einem Sehtest wird die Sehschärfe beider Augen überprüft. Dieser Test wird zunächst bei beiden Augen separat durchgeführt. Erst wenn für beide Augen jeweils die Sehschärfe bestimmt wurde, wird als Kontrolluntersuchung das beidseitige Sehen überprüft.

Die Sehschärfe gibt an, in welchem Abstand sich zwei Punkte voneinander entfernt befinden müssen, damit die Netzhaut diese zwei Punkte getrennt wahrnimmt. Um diesen Test durchzuführen, bringen der Augenoptiker, der Augenarzt oder der Arbeitsmediziner Sehtafeln zum Einsatz. Auf den Tafeln sind verschiedene Abbildungen in unterschiedlichsten Größen zu finden. Das können beispielsweise Figuren, Buchstaben, Zahlen oder auch Symbole sein. In der Regel kommen bei erwachsenen Person Zahlen und Buchstaben zum Einsatz. Doch auch der sogenannte Landoltring wird sehr gerne genutzt. Bei diesem Ring muss der Patient angeben, auf welcher Seite sich die Öffnung befindet.

Sehtest Landoltringe
Landoltringe

Bei Kindern werden Sehtafeln mit Abbildungen von Tieren oder anderen geläufigen Gegenständen in unterschiedlichen Größen verwendet.

Das Sehvermögen eines Menschen sinkt mit zunehmendem Alter

Das Sehvermögen wird in der Maßeinheit „Visus“ angegeben und beschreibt vereinfacht die Fähigkeit, Objekte scharf wahrnehmen zu können. Je besser der Visus ist, umso besser das Sehvermögen. Normal ist ein Visus von 1,0.

Eine Verschlechterung des Sehvermögens kann unterschiedliche Ursachen haben. In den meisten Fällen geht es um einen langsam voranschreiten Sehverlust, der meist durch den Eintritt der Alterssichtigkeit begründet ist.

Tritt eine plötzliche starke Veränderung des Sehvermögens auf, kann es sich um eine bedrohliche Augenkrankheit handeln. Hier gilt es, besonders schnell zu handeln, um mögliche Ursachen abzuklären und gegebenenfalls Behandlungen einzuleiten. Wird nicht zeitnah reagiert, kann eine Reduzierung des Sehvermögens eventuell bis zur vollkommenen Blindheit führen.

Mit zunehmendem Alter reduziert sich automatisch das Sehvermögen. Je geringer es ist, umso höher ist das Risiko für Depressionen und Unfälle im Alltag. Beispielsweise kann es zur Einnahme der falschen Medikamente kommen, wenn sie nicht mehr voneinander unterschieden werden können. Menschen mit einem geringen Sehvermögen benötigen daher eine besondere Betreuung und Alltagsbegleitung.

Das Sehvermögen wird von unterschiedlichen Dingen beeinflusst. Dabei spielt neben der scharfen Wahrnehmung von Bildern auch die Farberkennung eine Rolle. Beispielsweise wird das Sehvermögen eines Patienten durch eine Rot-Grün Schwäche beeinträchtigt. Auch Einschränkungen hinsichtlich des Stereosehens, Kontrastsehens und des räumlichen Sehens wirken sich negativ auf das Sehvermögen aus.

Die unterschiedlichen Beeinträchtigungen des Sehvermögens können durch verschiedene Untersuchungen festgestellt werden. Hier gilt es, den Augenarzt zu kontaktieren, um entsprechende Kontrollen durchführen zu lassen, um gegebenenfalls Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Sollten keine Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen, muss der Betroffene den Umgang mit dem eingeschränkten Sehvermögen erlernen. Es gibt verschiedene Alltagshelfer, die trotz eines schwachen Sehvermögens einen barrierefreien Alltag ermöglichen.

Wie oft ist ein Sehtest durchzuführen?

Ein Sehtest sollte bei einem guten Sehvermögen im Abstand von zwei Jahren durchgeführt werden. Sind bereits Veränderungen beim Sehvermögen bekannt, muss engmaschiger kontrolliert werden. Der Augenarzt ist hier der richtige Ansprechpartner für die Erstellung eines Betreuungsplanes.

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