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Bifokal- und Trifokalbrillen oder Gleitsichtbrille: Was ist das Beste für mich?
Mehrstärkenbrillen vereinen bis zu drei Sehstärken in einem Brillenglas und können dadurch mehrere Sehfehler gleichzeitig korrigieren. Dadurch können sowohl der Nahbereich als auch weit entfernte Objekte scharf gesehen werden.
geschrieben von Moritz Wettstein am 17. Mai 2020 und geprüft von Optikermeister Hans-Peter Platten
Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft.
Bifokal- und Trifokalbrillen oder Gleitsichtbrille: Was ist das Beste für mich?

Die Zeitung wird mit der Lesebrille gelesen, beim Autofahren wird jedoch die Einstärkenbrille aufgesetzt, damit die Ferne gut gesehen werden kann. Dieses Problem plagt viele Brillenträger. Mehrstärkenbrillen vereinen diese beiden Funktionen jedoch, weil sie mehrere Sehstärken gleichzeitig korrigieren. Begeisterte Brillenträger können zwischen Bifokalbrillen, Trifokalbrillen und Gleitsichtbrillen wählen. Doch welche Brille ist am besten geeignet für mich?

Wodurch unterscheiden sich die Brillenarten voneinander?

Bifokalbrille erklärt mit Fernsicht und Nahsicht
Bifokalbrille

Wenn bei einem Menschen gleichzeitig Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie) und Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) vorliegen, können diese Sehschwächen durch unterschiedliche Möglichkeiten ausgeglichen werden. Beispielsweise kann der Betroffene zwei verschiedene Brillen nutzen: Eine Lesebrille für den Nahbereich und eine weitere Brille für den Fernbereich. Jedoch müssten die Brillen mehrmals am Tag getauscht werden, weshalb die Variante der Korrektur sehr umständlich ist. Die wesentlich bessere Lösung stellen Bifokal-, Trifokal- und Gleitsichtbrillen dar. Durch diese sogenannten Multifokalbrillen kann sowohl der Nah-, als auch der Fernbereich gesehen werden.

In den Gläsern der Bifokalbrille werden zwei verschiedene Glasstärken miteinander vereint: Der obere Teil des Brillenglases korrigiert die Fehlsichtigkeit in der Ferne (Kurzsichtigkeit) und der untere Bereich gleicht die Fehlsichtigkeit in der Nähe aus (Altersweitsichtigkeit/Weitsichtigkeit). Das untere Fenster fungiert dadurch als eine integrierte Lesebrille.

Bei der Trifokalbrille kommt noch ein dritter Glasabschnitt dazu, der scharfes Sehen in mittleren Entfernungen ermöglicht. Auch hier sind die verschiedenen Gläser klar und sichtbar voneinander abgetrennt. Durch eine Trifokalbrille können alle Sichtbereiche wahrgenommen werden.

Trifokalbrille erklärt mit allen drei wichtigen Bereichen
Trifokalbrille

Bei der Gleitsichtbrille wird ebenfalls im oberen Bereich des Glases die Fehlsichtigkeit für die Ferne korrigiert. Im unteren Bereich wird die Nah-Fehlsichtigkeit ausgeglichen. Der Unterschied liegt jedoch in den Übergängen der Sichtbereiche: Während die Sichtbereiche bei der Bifokal- und Trifokalbrille durch eine vom Brillenträger sichtbare Kante getrennt sind, gehen die Bereich bei der Gleitsichtbrille fließend (gleitend) ineinander über.

Bei der Gleitsichtbrille wird ebenfalls im oberen Bereich des Glases die Fehlsichtigkeit für die Ferne korrigiert. Im unteren Bereich wird die Nah-Fehlsichtigkeit ausgeglichen. Der Unterschied liegt jedoch in den Übergängen der Sichtbereiche: Während die Sichtbereiche bei der Bifokal- und Trifokalbrille durch eine vom Brillenträger sichtbare Kante getrennt sind, gehen die Bereich bei der Gleitsichtbrille fließend (gleitend) ineinander über.
Gleitsichtbrille

Worin liegen die Vor- und Nachteile von Bifokal- oder Trifokalbrillen?

Der Vorteil einer konkreten Aufteilung des Sichtfeldes ist, dass der Träger die verschiedenen Fenster als Orientierung verwenden kann. Der Brillenträger weiß sofort, dass er zum Lesen durch den unteren Glasabschnitt, beim Arbeiten am Computer durch den Mittleren und für das Sehen in die Ferne durch das Hauptglas blicken muss. Allerdings sind die Gläser vergleichsweise teuer, da zwei bis drei verschiedene Glasabschnitte in einem Brillenglas miteinander verbunden werden müssen. Außerdem erfolgt der Wechsel der Sichtbereiche sehr abrupt, wodurch die Gewöhnung an das Tragen der Brille einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Hinzu kommt, dass die klare Abgrenzung zwischen den Abschnitten deutlich sichtbar ist – nicht nur für den Brillenträger. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Abgrenzung auch dafür sorgt, dass die Abschnitte jeweils relativ klein ausfallen.

Die Bifokal- und Trifokalbrillen sind mit unterschiedlich geformten Abschnitten erhältlich. So können die Fenster beispielweise halbmondförmig gestaltet sein oder nach oben eine gerade Trennlinie aufweisen.

Gleitsichtbrille – sind sie besser als Bifokal- und Trifokalbrillen?

Eine Weiterentwicklung der Bifokal- und Trifokalbrille ist die Gleitsichtbrille. Bei den darin verbauten Gläsern gehen die verschiedenen Sichtbereiche nahtlos ineinander über, wodurch es keine sichtbaren Übergänge gibt. Dadurch fallen die Sichtbereiche größer aus und der Wechsel zwischen ihnen ist gleitend anstatt abrupt. Das Bild hüpft also nicht, wenn der Brillenträger zwischen dem Nah- und dem Fernbereich wechselt.
Durch die Gestaltung der Gläser und dem damit einhergehenden höheren Komfort verdrängt die Gleitsichtbrille zunehmend die Bifokal- und Trifokalbrille.

Welche Brille ist für welchen Brillenträger geeignet?

Wenn es zur Entscheidung zwischen den drei Brillenarten kommt, sollte immer individuell entschieden werden. Ein wesentlicher Vorteil von Bifokal- und Trifokalbrillen ist der Preis: Diese Varianten sind wesentlich günstiger als Gleitsichtbrillen.

Gleitsichtbrillen kosten zwar mehr Geld als Bifokal- und Trifokalbrillen, bieten jedoch auch mehr Komfort. Letztlich muss die Entscheidung für eine der drei Varianten individuell von jedem Brillenträger getroffen werden.

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