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Meine Kinderbrille
Brillen sind nur etwas für Erwachsene? Von wegen! Spezielle Kinderbrillen sind besonders leicht und robust gefertigt, sodass sie auch beim Spielen und Toben nicht von der Nase fallen.
geschrieben von Moritz Wettstein am 17. Mai 2020 und geprüft von Optikermeister Hans-Peter Platten
Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft.

Kinderbrillen müssen den bewegungsintensiven Alltag eines Kindes ohne größere Schäden überstehen. Sie müssen leicht sein, dürfen beim Spielen nicht stören und dürfen nicht zerbrechen, wenn sie mal herunterfallen. Im folgenden Text erfährst Du alles Wissenswerte über Kinderbrillen und wie Du den Nachwuchs am Besten an die neue Sehhilfe gewöhnst.

Ab wann ist es sinnvoll, für mein Kind eine Kinderbrille zu kaufen?

Eine Kinderbrille ist immer dann sinnvoll, wenn das Kind unter einer Sehschwäche beziehungsweise -störung leidet. Dabei kann es sich um Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit oder eine Schielerkrankung handeln. Durch die Brille wird das Problem korrigiert. Ohne die Korrektur kann eine dauerhafte Sehbeeinträchtigung entstehen, die im späteren Verlauf des Lebens nur noch unzureichend durch Brillen und Kontaktlinsen ausgeglichen werden kann.

Die Sehhilfe sollte also frühzeitig verschrieben und regelmäßig getragen werden, um Folgeschäden zu vermeiden.

Aber warum sollte dann speziell eine Kinderbrille gewählt werden? Weil der Unterschied bei diesen nicht nur in der Größe der Gläser und der Fassung liegt.

Welchen Anforderungen muss eine Kinderbrille genügen?

Vom Säuglings- bis zum Jugendalter wachsen Kinder sehr schnell. Zudem wollen sie stets viel erleben und haben einen hohen Bewegungsdrang. Spielen und Toben gehören zum Alltag dazu. Zudem gehen die meisten Kinder nicht pfleglich und vorsichtig mit der Brille um. Die Kinderbrille muss daher besondere Anforderungen erfüllen, um den belastungsintensiven Kinderalltag zu überstehen. Darunter:

  • geringes Gewicht
  • hohe Bruchsicherheit
  • biegsam und widerstandsfähig
  • guter und stabiler Sitz, darf auch bei Sport und beim Spielen nicht verrutschen
  • hoher Tragekomfort
  • geringer Abstand zwischen Auge und Brillenglas

Hinzu kommt, dass das Kind die Brille gerne tragen muss. Fassung und Form müssen also ebenso zum Geschmack des Trägers passen, wie das Gewicht und die Passform.

Gibt es spezielle Brillengläser bei der Kinderbrille?

Bei Kinderbrillen werden Kunststoffgläser bevorzugt, da diese leichter und sicherer sind. Allerdings verkratzen sie auch schneller, weswegen eine schützende Beschichtung sinnvoll sein kann.

In jedem Fall müssen die Gläser bruchsicher und widerstandsfähig sein, damit von ihnen keine Verletzungsgefahr ausgeht.

Welche Faktoren sind bei der Fassung einer Kinderbrille wichtig?

Die Fassung muss in vielen Punkten ebenso gestaltet sein, wie die Gläser. Eine hohe Widerstandsfähigkeit und Bruchsicherheit stellen sicher, dass die Fassung dem Spielen, Sport und Toben standhalten kann. Dadurch entsteht kein Verletzungsrisiko für das Kind.

Zudem muss sie leicht sein, darf nicht verrutschten, wackeln oder an Nasenrücken und Ohren drücken. Vom Nasensteg bis zu den Bügeln ist also nicht nur ein leichtes und zugleich robustes Material erforderlich – sondern auch eine gute Anpassung und Einstellung. Sowohl Kunststoffe, als auch Metalllegierungen können diesen Anforderungen gerecht werden. Eine entsprechende Anpassung und Zentrierung müssen sorgsam vom Optiker durchgeführt werden.

Wie teuer sind Kinderbrillen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da der Preis von der Fassung, der Art der Gläser und eventuellen Beschichtungen der Gläser abhängt. Die Krankenkasse zahlt Personen bis zum 18. Lebensjahr einen pauschalen Betrag beim Kauf neuer Brillengläser. Für die Fassung gibt es jedoch in der Regel keine Unterstützungsleistungen. Der Preis einer guten Kinderbrillenfassung beläuft sich je nach Modell auf 80 bis 150 Euro.

Wie oft sollte eine Kinderbrille nachkontrolliert werden?

Regelmäßige augenärztliche Betreuung ist besonders bei Kinderaugen wichtig. Der Augenarzt bestimmt die Intervalle der Kontrolluntersuchungen abhängig von der Art der Sehschwäche.

Wenn es sich um eine Erstverschreibung handelt oder die Brille noch neu ist, wird die Nachkontrolle bereits innerhalb weniger Wochen stattfinden. Die regelmäßigen Kontrolltermine finden daraufhin meist im Abstand von 6 Monaten oder jährlich statt.

Hinzu kommen weitere Kontrollen, Korrekturen und Anpassungen, wenn:

  • die Brille beispielsweise beim Spielen oder Sport Schaden nimmt
  • ein Glas zerkratzt ist
  • das Kind über Schmerzen beim Tragen klagt
  • Druckstellen auffallen
  • die Brille verrutscht oder wackelt
  • das Kind anhaltend unter Beschwerden leidet, beispielsweise Schwindel oder Kopfschmerzen
  • trotz Brille kein scharfes Sehen möglich ist

Was sollte beim Kauf von Kinderbrillen beachtet werden?

Damit die Kinderbrille allen Ansprüchen gerecht wird und gerne getragen wird, muss bei der Auswahl auf verschiedene Faktoren geachtet werden. Zu diesen gehören:

  • Leichte und beständige Gläser: Ideal sind Kunststoffgläser
  • Bruchsicherheit: Gläser und Gestell sollten unzerbrechlich, beziehungsweise bruchsicher sein. Auch wenn es durch Krafteinwirkungen oder einen Sturz mal zu einem Schaden an den Brillengläsern kommt, dürfen keine gefährlichen Scherben entstehen.
  • Geringes Gewicht: Fassung und Gläser sollten möglichst leicht sein, um den Nasenrücken und die Ohren nicht zu belasten. Zudem verringert das leichte Gewicht die Gefahr des Verrutschens.
  • Gute Passform und sicherer Sitz: Es ist sehr wichtig, dass die Brille das Kind nicht stört und zudem gut und sicher zentriert ist. Dafür sind neben dem Gewicht auch die Passform und Größe der Fassung entscheidend. Das Gestell sollte keinesfalls „auf Zuwachs“ gekauft werden, sondern perfekt passen. Auch wenn dies bedeutet, dass häufiger eine neue Fassung fällig wird.
  • Großes Sichtfeld: Eine Brille mit zu großen Gläsern ist schwerer und rutscht schneller. Sie bietet jedoch ein großes Sichtfeld und die Sichtränder wirken weniger störend. Um die Gläser möglichst klein und den Sichtbereich dennoch möglichst groß zu halten, sollten die Gläser nah vor den Augen sitzen.

Wie können Kinder dazu motiviert werden, die Brille zu tragen?

Die Zeiten, in denen Kinder mit „Brillie“, „Brillenschlange“ oder sonstigen Verunglimpfungen von ihren Mitschülern geärgert werden, ist glücklicherweise längst vorbei. Jedes fünfte Kind trägt mittlerweile eine Brille. Die Tendenz ist steigend.

Dennoch kann es notwendig sein, den eigenen Nachwuchs zum Tragen der Brille zu motivieren. Die folgenden Tipps können dabei helfen:

  1. Das Kind in die Entscheidung einbinden: Vor allem die Fassung sollten sich Kinder so früh wie möglich selbst aussuchen können. Schließlich müssen sie sich damit wohlfühlen. Es kann helfen, wenn Fotos von den Modellen gemacht werden und die Entscheidung erst zuhause fällt – also nicht direkt beim Optiker entschieden werden muss und im Nachhinein vielleicht bereut wird.
  2. Keine leeren Versprechungen machen: „Du musst die Brille nur ganz kurz tragen“ – dem Kind sollte nichts versprochen werden, was nicht gehalten werden kann. Zudem sollte klargemacht werden, dass die Brille am Anfang noch ungewohnt sein wird.
  3. Brille positiv belegen: Die Brille ist kein Hindernis und auch nicht lästig. Sie hilft dabei, scharf zu sehen. Das ist bereits beim Spielen von Vorteil, positiv beim Sport und erleichtert das Sehen. Sie ist ein großartiges Hilfsmittel und schließlich trägt auch Harry Potter eine Brille.
  4. Keinen Ärger bei Schäden: Wird mit dem Kind geschimpft, weil ein Kratzer auf dem Brillenglas ist oder gar das Gestell verbogen wurde, wird es daraus nur eines lernen: Die Brille im Rucksack verschwinden zu lassen und möglichst nur zuhause zu tragen. Besser ist es, eine sichere und robuste Brille zu wählen und diese bei Bedarf ohne Ärger und ohne Schimpfen reparieren zu lassen. Meist sehen die Schäden schlimmer aus, als sie sind und können schnell ausgeglichen werden.
  5. An die Sonnenbrille für Kinder denken: Sonnenbrillen schützen Kinderaugen nicht nur vor UV-Strahlen, sie werden auch als „cool“ empfunden. Das Tragen einer Sonnenbrille mit der entsprechenden Stärke kann das Brillentragen im Allgemeinen positiver belegen.
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