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OCT: Optische Kohärenz-Tomographie
Mithilfe der OCT kann der vordere Augenabschnitt auf einem Computer abgebildet und detailliert untersucht werden. Dadurch können Erkrankungen der Netzhaut früh diagnostiziert werden. Schau vorbei und erfahre, wie die Untersuchung abläuft!
geschrieben von Moritz Wettstein am 11. August 2020 und geprüft von Dr. med. Andreas Künster
Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft.

Die optische Kohärenztomographie – kurz OCT – ist eine technische Methode, die in der Augenheilkunde seit 1996 zum Einsatz kommt. Das Prinzip, das bei der Untersuchung angewendet wird, ähnelt dem Ultraschall, bei dem mit Hilfe von Schallwellen das Innenleben eines Körperteils dargestellt wird. Im folgenden Text erfährst du, wie die Untersuchung abläuft und welche Ergebnisse sie aufzeigt.

Wie funktioniert das OCT?

Bei der OCT wird das Auge mit einem speziellen Laser durchleuchtet. Dabei reflektieren die verschiedenen Gewebsschichten des Auges das Laser-Licht mit verschiedenen Laufzeiten. Aus den Laufzeitenunterschieden werden von einem Computer Bilder errechnet und anschließend dargestellt. Sowohl der gesamte vordere Augenabschnitt als auch Glaskörper, Netzhautschichten und Aderhaut lassen sich so äußerst präzise darstellen. Das OCT hat die Diagnostik und auch Therapie seit ca. 2004 revolutioniert.

Das OCT wird in der Augenheilkunde hauptsächlich für die Untersuchung der Netzhaut verwendet. Es dient der Feststellung krankhafter Veränderungen in den einzelnen Schichten und ist daher unverzichtbar in der modernen Diagnostik. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Beurteilung des Sehnervkopfes. Dabei werden Untersuchungen zur Prävention des Grünen Stars durchgeführt. Diese schwerwiegende Augenkrankheit kann zur Erblindung führen.

Wie läuft die OCT-Untersuchung ab?

Die Untersuchung mit dem OCT ist ein unkompliziertes Verfahren. Der Patient setzt sich vor das Gerät und legt das Kinn auf eine dafür vorgesehene Ablage. Die Stirn wird an ein Polster gedrückt. Der Augenarzt positioniert den Patienten vor dem Gerät. Der Patient schaut nun dann in das Gerät hinein. Dort ist ein Kreuz abgebildet, welches mit den Augen angeschaut werden muss.

Der Arzt löst den Messvorgang aus, woraufhin ein feiner Laserstrahl den Augenhintergrund abtastet. Der Laserstrahl ist völlig schmerzfrei und ungefährlich. Bis zu 100.000 sogenannte A-Scans (=zweidimensionale Scans) können moderne Geräte pro Sekunde erfassen. Oft ist hierzu das Erweitern der Pupille nicht zwingend notwendig. Im Anschluss begutachtet der behandelnde Arzt den Befund und kann eine sofortige und genaue Auswertung vornehmen. Das Ergebnis dieser Untersuchung liegt sofort vor. Es müssen somit keine Wartezeiten für die Auswertung befürchtet werden.

Durch die hohe Qualität der Untersuchungen können zehn verschiedene Schichten der Netzhaut dargestellt werden. Die Untersuchungsergebnisse sind somit sehr genau und zeigen auch kleinste Veränderungen an der Netzhaut deutlich an. Mit Hilfe der OCT-Untersuchung können mögliche Veränderungen schon in einem frühen Stadium erkannt und entsprechend behandelt werden.

Die OCT-Untersuchung wird unter anderem dazu eingesetzt, Verlaufsbeurteilungen zu diversen Erkrankungen vorzunehmen, weswegen sie zwingend notwendig und unabdingbar ist. Dies gilt besonders dann, wenn Erkrankungen bekannt sind und diese dringend behandelt werden müssen.

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Welche Kosten können durch diese Untersuchung entstehen?

Private Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Untersuchung. Bei den gesetzlichen Krankenkassen handelt es sich in vielen Fällen um eine individuelle Gesundheitsleistung. Der Patient ist daher bei einer Vorsorgeuntersuchung angehalten, die Kosten für die Untersuchung selbst zu tragen. Die entsprechenden Kosten variieren und müssen im Vorfeld beim Augenarzt erfragt werden.

Fazit

Mithilfe der optischen Kohärenztomographie kann der gesamte vordere Augenabschnitt detailliert untersucht werden. Dadurch können schwerwiegende Krankheiten der Netzhaut, wie beispielweise Grüner Star, frühzeitig erkannt werden. Bei dem Untersuchungsvorgang muss der Patient lediglich geradeaus schauen, den Restübernimmt der Computer.

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