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Mein neues Rahmengestell – Welche Materialien gibt es?
Bei der Auswahl einer neuen Brille muss unter Anderem die Frage nach dem Material des Rahmengestells beantwortet werden. Dabei kann zwischen Metall, Kunststoff, Holz und vielen weiteren Materialien gewählt werden.
geschrieben von Moritz Wettstein am 17. Mai 2020 und geprüft von Optikermeister Hans-Peter Platten
Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft.

Üblicher Weise werden Rahmengestelle aus den Materialen Metall und Kunststoff angeboten. Aber auch ausgefallenere Varianten, wie Leder, Holz und Horn sind möglich. Unterschiedliche Materialien führen werden nicht nur aus ästhetischen Gründen angeboten. Weitere Unterschiede liegen im Preis, der Haltbarkeit, dem Gewicht und der Farbe. Zudem können einige Materialien Allergien hervorrufen. Die Wahl muss daher gut überlegt sein.

Metall – das traditionelle und zeitlose Material

Metall hat zahlreiche Vorteile bei der Verwendung von Brillengestellen. Darunter:

  • geringes Gewicht: Mit dem geringen Gewicht von Metall kann kein anderes Material für Brillengestelle mithalten. Denn zum einen ist Metall sehr leicht, zum anderen kann es aufgrund seiner hohen Beständigkeit auch für sehr filigrane Gestelle eingesetzt werden. Selbst für sehr beständige Rahmen muss nur wenig Metall verwendet werden, wodurch das Gewicht nochmals reduziert wird.
  • hohe Bruchsicherheit: Abhängig von der jeweiligen Art kann Metall zwar relativ einfach verbogen werden, es bricht jedoch nur unter starken Krafteinwirkungen.
  • einfach anzupassen: Metall lässt sich sehr gut bearbeiten und ist damit auch einfach anzupassen.
  • lange Lebensdauer: Metall verkratzt nicht so schnell wie beispielsweise Kunststoff. Zudem lässt es sich relativ einfach reinigen und ist bruchsicher. Hierdurch weisen Gestelle aus Metall auch eine lange Lebensdauer auf.

Metall ist also eine sehr gute Wahl für das Brillengestell. Empfindliche Menschen sollten aber darauf achten, dass es sich um nickelfreie Metalle handelt. Nickel kann Allergien auslösen oder begünstigen.

Beliebte Metalle und Legierungen für das Brillengestell sind unter anderem:

  • Monel (Nickel-Kupfer-Legierung): Das Material ist ausgesprochen beliebt, da es sehr gut formbar und resistent gegen Korrosion ist. Als Schutz gegen den Nickelgehalt können beispielsweise Pads aus Silikon und Lackierungen verwendet werden.
  • Titanium und Beta-Titanium: Titanium ist ausgesprochen leicht, beständig und resistent gegen Korrosion. Beta-Titanium – also Mischungen aus Titanium und anderen Metallen – ist dazu auch noch vergleichsweise kostengünstig.
  • Beryllium: Das Metall ähnelt mit seinen Vorzügen denen des Titaniums. Es ist jedoch preislich günstiger.
  • rostfreier Stahl: Zwar ist rostfreier Stahl nicht ganz so leicht wie andere Metalle, dafür aber sehr beständig. Zudem ist er vergleichsweise günstig.
  • Flexon (Spezialform von Titanium): Wenn ein Brillengestell aus Flexon verbogen wird, „springt“ es wieder in ihre ursprüngliche Form zurück. Damit ist das Material einzigartig.
  • Aluminium: Das Metall ist sehr leicht, beständig und bringt dazu auch noch eine ansprechende Optik mit sich.

Kunststoff

Kunststoffe sind ebenfalls beliebte Materialien für das Brillengestell und kommen vor allem bei Sonnenbrillen häufig zum Einsatz. Zu den am meisten verwendeten Kunststoffen gehören:

  • Zyl oder Celluloseacetat: Dieser Kunststoff ist leicht und bietet ein großes farbliches Spektrum. Besonders beliebt ist eine Kombination, bei der verschiedene Farblagen miteinander verbunden werden. Gestelle aus Zyl mit einer hellen Innenseite können regelrecht aus dem eigenen Sichtfeld verschwinden.
  • Celluloseacetatpropionat (Nylon-basierter Kunststoff): Das Material ist sehr leicht, hat einen starken Glanz und zudem eine hohe Transparenz. Wer ein Modell aus Kunststoff und zugleich ein sehr leichtes Gestell möchte, ist mit diesem Material gut beraten.
  • Nylon: Nylon wurde bereits in den 1940er Jahren als Material für Brillengestelle verwendet. Allerdings erwies es sich als brüchig und zeigte auch einige andere Probleme. Daher wurde Nylon mit anderen Substanzen gemischt, um das Material nach wie vor leicht und gut anpassbar, jedoch deutlich resistenter zu gestalten. Daher wird es jetzt auch häufig für Sportbrillen eingesetzt.

Ausgefallene Materialien für das Brillengestell

Neben Metall und Kunststoff werden auch ausgefallenere Materialien für Brillengestelle verwendet. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Holz: Holz ist ideal für Allergiker und besticht durch seine in jedem Fall einzigartige Maserung. Allerdings lässt es sich schwer formen und ist meist schwerer als Metall und Kunststoff.
  • Echtes Schildpatt: Echtes Schildpatt ist extravagant und teuer, leider aber auch relativ schwer. Dafür ist das Gestell in jedem Fall ein Unikat.
  • Horn: Die Hornbrille wird heutzutage kaum noch aus echtem Horn hergestellt. Echtes Horn ist sehr beständig, jedoch auch preisintensiver und schwieriger zu verarbeiten als Kunststoff.
  • Leder: Mit Leder werden keine ganzen Gestelle hergestellt. Das natürliche Material wird lediglich als Akzent oder stellenweise als Einfassung verwendet.
VorteileNachteile
Metallevergleichsweise günstig
sehr leicht und auch für filigrane Rahmen geeignet
sehr gut anpassbar
bruchsicher
lange Lebensdauer
beschränkte Gestaltungsmöglichkeiten
bei enthaltenem Nickel Allergiegefahr
Kunststoffleicht und oft kostengünstig
hypoallergene Varianten erhältlich
viele Gestaltungsmöglichkeiten
teils muss bei der Reinigung sehr schonend vorgegangen werden
nicht immer resistent gegen Kratzer
Ausgefallene Materialienextravaganter Look
teils einzigartige Gestelle
hohe Preise
oftmals vergleichsweise schwer und schwierig bei der Anpassung

Fazit

Die Wahl für das Material des Rahmengestells wird keines Falls nur aus optischen Gründen getroffen. Die verschiedenen Materialien überzeugen individuell mit Vorteilen, haben jeweils aber auch Nachteile. Letztlich muss jeder Brillenträger selbst entscheiden, welches Material am Besten zu seiner Brille passt.

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