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Augenarzt, Optiker und Optometrist erklärt – Was ist der Unterschied?
Augenärzte behandeln ausschließlich Augenkrankheiten und Optiker verkaufen nur Brillen und Kontaktlinsen. Ist das so? In diesem Text zeigen wir Dir, worin der Unterschied zwischen einem Augenarzt, einem Optiker und einem Optometristen liegt und wann du zu wem gehen solltest.
geschrieben von Moritz Wettstein am 15. Juli 2020 und geprüft von Dr. med. Andreas Künster
Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft.

Augenarzt, Optiker oder Optometrist – wenn es um die Augen geht, gibt es verschiedene Anlaufstellen, die mit Rat und Tat zur Seite stehen. Uns ist es daher wichtig herauszuarbeiten, welche Unterschiede zwischen einem Augenarzt, einem Augenoptiker und einem Optometristen bestehen. Welche Ausbildung bringt der jeweilige Beruf mit sich? Welche Befähigung wird damit erlangt und welche Leistungen werden erbracht? Wir liefern Antworten.

Der Augenarzt

Wer Augenarzt werden will, studiert erst einmal ganz normal Medizin. Nach dem Medizinstudium durchlaufen Augenärzte eine fünfjährige geregelte Weiterbildung im Bereich der Augenheilkunde. Diese Weiterbildung wird von den Landesärztekammern begleitet und genau definiert. Darüber hinaus hat der Augenarzt die Möglichkeit, seinen Doktorgrad zu erwerben.

Das Tätigkeitsfeld eines Augenarztes ist breit gefächert. Zum Tätigkeitsfeld gehört unter anderem:

Der Augenarzt kann in Kliniken oder in niedergelassenen Praxen tätig sein. Er ist der erste Ansprechpartner, wenn es um Krankheiten an Auge geht. Im Bereich der Operationen führt er unter anderem kosmetische und funktionale augenchirurgische Eingriffe durch. Eine Domäne der Augenchirurgie ist auch die operative Behandlung von Netzhauterkrankungen. Augenärzte führen ferner auch Augenlaser-Operationen zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit durch. Die häufigste Augenoperation, die in Deutschland durchgeführt wird, ist die Entfernung des grauen Stars.

Durch die Behandlung von Augenkrankheiten und der Durchführung von Operation am Auge unterscheidet sich der Augenarzt von einem Optiker oder Optometristen.

Der Optiker

Der Beruf des Optikers beziehungsweise des Augenoptikers gehört zu den handwerklichen Berufen. Denn anders als von vielen Verbrauchern angenommen, verkauft der Augenoptiker nicht nur Brillen und Kontaktlinsen. Zusätzlich stellt ein Optiker Brillen her, überprüft die Sehstärke und passt Kontaktlinsen an. Weitere Tätigkeitsfelder sind:

  • Beratung beim Erwerb einer Sehhilfe
  • Führerscheinsehtest
  • Anfertigung von Spezialsehhilfen
  • Reparaturen an Brillen
  • Anpassen von Brillen, Kontaktlinsen und sonstigen Sehhilfen

Um als Optiker arbeiten zu können, muss im Vorfeld eine dreijährige duale Berufsausbildung stattgefunden haben. Inzwischen hat jedes Bundesland seine eigene Berufsschule für Augenoptiker. Im Anschluss haben Augenoptiker die Möglichkeit, nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine berufsbegleitende oder ganztägige Fortbildung zum Augenoptikermeister zu machen. Diese zusätzliche Qualifikation dauert zwischen 9 und 24 Monate.

Unterschieden wird zwischen dem Augenoptiker und dem staatlich geprüften Augenoptiker. Auch Bachelorabschlüsse und Diplom-Ingenieure im Bereich der Augenoptik gehören zu diesem Berufszweig.

Die hauptsächlichen Tätigkeiten eines Optikers liegen in der allgemeinen Lösung von Sehproblem. Mithilfe von Sehtests wird eine eventuell vorliegende Fehlsichtigkeit diagnostiziert. Daraufhin wird eine passende Brille angepasst oder es werden Kontaktlinsen beziehungsweise vergrößernde Sehhilfen auf den Kunden ausgerichtet. Neben dem Verkauf bietet der Optiker auch handwerkliche Dienstleistungen an, beispielsweise die Reparatur von Brillen. Hinzu kommt die Beratung der Kunden hinsichtlich der Auswahl der Brillenfassung und Brillengläser. Viele Augenoptiker arbeiten zusätzlich eng mit den Augenärzten und Krankenkassen zusammen.

Im Gegensatz zum Augenarzt ist der Beruf des Optikers ein handwerklicher Beruf. Augenärzte passen zwar auch Kontaktlinsen an, fertigen aber keine Brillen an. Gemeinsamkeiten findet man im Bereich der Augentests. Diese werden vom Augenarzt ebenso durchgeführt wie vom Augenoptiker und Optometristen.

Der Optometrist

Optometristen erbringen im weitesten Sinne Gesundheitsleistungen, die rund um das Auge zu finden sind. Dazu gehören:

Die Berufsbezeichnung Optometrist ist in Deutschland nicht geschützt. Trotzdem besitzen Optometristen in der Regel eine Hochschulausbildung mit einem Abschluss, der im Bereich des Bachelors oder des Masters of Science liegt. Ähnlich wie ein Augenarzt kann ein Optometrist zusätzlich einen Doktorgrad erwerben.

Aufgrund der Ausbildung ist der Optometrist in der Lage, krankhafte Auffälligkeiten am Auge zu untersuchen und zu erkennen. Sollten diese vorhanden sein, muss eine zusätzliche ärztliche Diagnose durch einen Augenarzt erfolgen. In Deutschland ist es möglich, dass qualifizierte Augenoptikermeister nach einer vorgeschriebenen Weiterbildung eine Optometrie-Qualifikation erlangen.

Zu den weiteren Tätigkeiten des Optometristen gehören die Augenprüfung und die Brillenglasbestimmung. Hier überschneidet er sich in seinem Tätigkeitsfeld mit den Aufgaben eines Augenarztes und eines Optikers. Auch das Anpassen von Kontaktlinsen kann von einem Optometristen vorgenommen werden. Viele Optometristen arbeiten bei einem Augenoptiker und sind nicht selten die Besitzer des Fachgeschäftes. Sie haben sich im Laufe ihrer beruflichen Karriere weitergebildet und führen ihr eigenes Geschäft mit einer besonders hohen Qualifikation.

Fazit

Die Kompetenzen eines Optikers gehen weit über den Verkauf von Brillen und Kontaktlinsen hinaus. Er ist grundsätzlich immer die richtige Anlaufstelle, wenn es um Sehhilfen aller Art geht. Die Kompetenzen eines Augenarztes liegen in dem Erkennen und Behandeln von Augenkrankheiten. Dafür untersucht er die Augen gründlich, führt Sehtest durch und führt bei Bedarf auch Operationen durch. Der etwas weniger bekannte Beruf des Optometristen beschäftigt sich mit Gesundheitsleitungen rund ums Auge, beispielsweise die Anpassung einer Sehhilfe.

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