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Das richtige Vorgehen beim Kauf von Kontaktlinsen
Kontaktlinsen kaufen ist heute leicht möglich. Die meisten Sehfehler lassen sich heutzutage problemlos mit Kontaktlinsen ausgleichen.
geschrieben von Moritz Wettstein am 24. Januar 2022 und geprüft von Optikermeister Hans-Peter Platten
Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft.
Kontaktlinsen kaufen ist heute leicht möglich. Die meisten Sehfehler lassen sich heutzutage problemlos mit Kontaktlinsen ausgleichen.

Kontaktlinsen kaufen ist heute leicht möglich. Die meisten Sehfehler lassen sich heutzutage problemlos mit Kontaktlinsen ausgleichen – ein großer Vorteil für all jene, die unter beschlagenen Brillengläsern, rutschenden oder störenden Brillen beim Sport leiden. Doch für ein ideales Sichtbild ist nicht nur der Gang zum Augenarzt oder zum Augenoptiker wichtig, sondern auch ein die Auswahl der passenden Kontaktlinsen.

Die Vorbereitung auf den Kontaktlinsenkauf

Beim Kauf von Kontaktlinsen gibt es einige Richtlinien, die unbedingt beachtet werden müssen. Eine gründliche Untersuchung der Augen vor dem ersten Kauf gehört dazu. Diese Untersuchung nimmt der Augenarzt oder der Augenoptiker vor.

Dabei wird festgestellt, welche Fehlsichtigkeit vorliegt und wie die allgemeine Beschaffenheit der Augen ist. Unter anderem wird die Zusammensetzung des Tränenfilms untersucht und die für den Kontaktlinsenkauf notwenigen Werte ermittelt. Diese Werte beziehen sich auf die Dioptrien sowie den Durchmesser und die Basiskurve der Kontaktlinse. Auch die geeignete Materialbeschaffenheit der Kontaktlinsen wird in diesem Zusammenhang genau festgelegt, da zahlreiche unterschiedliche Varianten am Markt zu finden sind. Ohne diese fachkundige Ermittlung der Werte ist ein Erwerb von individuell passenden Kontaktlinsen nicht möglich.

Der Augenoptiker ist der richtige Ansprechpartner für das Ermitteln der Werte, wenn keine Augenkrankheiten vorliegen und bereits eine Brille vorhanden ist. Ein Termin beim Augenarzt ist hingegen dann sinnvoll, wenn bestehende Fehlsichtigkeiten das Sehvermögen einschränken, die bisher keine Korrektur erfahren haben. Es gibt unterschiedliche Augenkrankheiten, die zwar nicht pauschal gegen die Nutzung von Kontaktlinsen sprechen, aber eine besondere Berücksichtigung bei der Auswahl der passenden Linsen erfordern. Daher ist an dieser Stelle das Fachwissen des Augenarztes oder des Kontaktlinsenanpassers beim Augenoptiker gefragt. Er muss genau entscheiden, welche Kontaktlinsen genutzt werden können.

Die für den Erwerb von Kontaktlinsen notwendigen Messwerte

Damit der Erwerb der richtigen Kontaktlinsen reibungslos vonstattengeht, werden unterschiedliche Messwerte der Augen benötigt. Dabei handelt es sich um die aktuellen Korrektionswerte, die auf dem Kontaktlinsenpass oder auf den bereits vorhandenen Kontaktlinsenverpackungen zu finden ist. Dort sind auch alle anderen Werte niedergeschrieben, die rund um die Bestellung der Kontaktlinsen notwendig sind.

Hier ist zu beachten, dass die vorhandenen Korrektionswerte nicht älter als ein Jahr sind, weil sich diese im Laufe der Zeit verändern können. Alle anderen Werte können in der Regel übernommen werden.

Folgende Korrektionswerte werden für den Kontaktlinsenkauf benötigt:

  • Sphäre
  • Zylinder
  • Achse
  • Addition bei Mehrstärkenkontaktlinsen
  • Basiskurve
  • Durchmesser (DIA)

Die Werte für den Zylinder und die Achse werden dann benötigt, wenn eine Hornhautverkrümmung vorliegt. Die Addition nur dann, wenn Mehrstärkenkontaktlinsen gewählt werden.

Es ist möglich, dass bei der Ermittlung der Werte nicht alle genannten Angaben auf dem Kontaktlinsenpass oder der Kontaktlinsenverpackung zu finden sind. Hier muss differenziert und geschaut werden, welche persönlichen Werte vorhanden sind und benötigt werden.

Ferner sind für den Kontaktlinsenerwerb auch Angaben über die Tragezeit und das Material der Linsen wichtig. Unterschieden wird zwischen weichen und formstabilen Kontaktlinsen, Tageslinsen, Wochenlinsen, 2-Wochenlinsen oder Monatslinsen.

Was bedeuten die einzelnen Werte?

Folgende Kurzdefinitionen sollen ein Verständnis für die einzelnen Werte schaffen, die für den Kontaktlinsenkauf notwendig sind:

  • Sphäre – definiert die benötigte Sehstärke der Kontaktlinse (hier immer auf das Vorzeichen achten)
  • Zylinder – zeigt die Stärke der vorliegenden Hornhautverkrümmung auf
  • Achse – gibt die Ausrichtung des Zylinders für die Korrektur der Hornhautverkrümmung an
  • Addition (bei Mehrstärkenkontaktlinsen) – gibt die Stärke des Nahzusatzes an, die für ein gutes Sehen im Nahbereich notwendig ist
  • Basiskurve – Krümmung der Kontaktlinse
  • Durchmesser (DIA) – Durchmesser der Kontaktlinse

Wichtiger Hinweis: Die Werte eines Brillenpasses sind keine Kontaktlinsenwerte. Für das Tragen von Kontaktlinsen können die Brillenwerte nicht übernommen werden.

Wassergehalt und Sauerstoffgehalt – Warum ist das so wichtig?

Auch der Wassergehalt und der Sauerstoffgehalt der Kontaktlinsen müssen in die Kaufentscheidung einfließen. Beide Komponenten stellen Faktoren für die Eignung der Kontaktlinsen und den Tragekomfort dar.

Bei der Herstellung von Kontaktlinsen kommen in der heutigen Zeit hochmoderne Materialien zum Einsatz. Sie bestehen unter anderem aus einem Anteil an Wasser und haben eine besonders hohe Sauerstoffdurchlässigkeit. Beide Werte – der Wassergehalt und die Sauerstoffdurchlässigkeit – sind für den Kauf der passenden Kontaktlinsen daher sehr wichtig.

Der Wassergehalt wird in Prozent angegeben. Grundsätzlich gilt: Je höher der Wassergehalt in der Kontaktlinse ist, umso höher ist gleichzeitig auch die Sauerstoffdurchlässigkeit. Je mehr Sauerstoff an das Auge gelangen kann, umso höher ist der Tragekomfort und umso angenehmer das Gefühl der Kontaktlinsen auf den Augen.

Jedoch geht ein hoher Wasseranteil in der Kontaktlinse nicht nur mit einem hohen Tragekomfort einher, sondern birgt auch Nachteile. Zum Beispiel macht dieser hohe Wassergehalt die Kontaktlinse instabil, wodurch die Handhabung etwas schwerer fällt. Der hohe Wasseranteil kann auch zu einer schnelleren Verschmutzung der Kontaktlinsen führen. Ein besonders hohes Risiko birgt warme und trockene Luft, wie sie beispielsweise durch eine Klimaanlage erzeugt wird. Die trockene Luft entzieht den Kontaktlinsen Wasser. Um ihre Form zu halten gleichen die Kontaktlinsen die fehlende Flüssigkeit nun aus indem sie die Tränenflüssigkeit der Augen aufnehmen. Dadurch trocknen die Augen aus, wodurch unangenehme Symptome, wie juckende Augen hervorgerufen werden. Stellt der Augenarzt bei der Untersuchung der Tränenorgane eine verminderte Bildung von Tränenflüssigkeit fest, liegt eine Anfälligkeit für trockene Augen vor. Bei dieser Diagnose sollten Patienten ausschließlich Kotaktlinsen mit einem Wassergehalt zwischen 33% und 38% nutzen. Daher sind formstabile Kontaktlinsen empfehlenswert, weil diese weniger Wasser enthalten. Aber auch weiche Kontaktlinsen, wie die modernen Silikon Hydrogel Kontaktlinsen oder speziell für die Nutzung bei trockenen Augen entwickelte Kontaktlinsen, sind geeignet.

Die Sauerstoffdurchlässigkeit der Kontaktlinsen wird mit dem DK/t-Wert angegeben. Je nach Kontaktlinse kann dieser Wert unterschiedlich ausfallen.

Differenzierung der Kontaktlinsen nach Nutzungsdauer und Tragezeit

Kontaktlinsen bringen unterschiedliche Richtlinien hinsichtlich der Tragedauer mit sich. Unterschieden wird dabei zwischen zwei verschiedenen Begriffen: Nutzungsdauer und Tragedauer pro Tag.

Bei der Nutzungsdauer wird zwischen Tageslinsen, Wochenlinsen, 2-Wochenlinsen, Monatslinsen und Jahreslinsen unterschieden. Während weiche Kontaktlinsen stets mit einer kurzen Nutzungsdauer ausgestattet sind, können formstabile Linsen je nach Art bis zu zwei Jahren getragen werden.

Bei der Tragedauer pro Tag geht es darum, wie lange die Kontaktlinsen pro Tag getragen werden können. Unabhängig von der Nutzungsdauer, die der Hersteller angibt. Welche Nutzungs- und Tragedauer ideal ist, hängt sehr stark von den alltäglichen Anforderungen des Trägers ab. Daher muss diese Entscheidung individuell getroffen werden. Der Augenarzt beziehungsweise der Augenoptiker beraten bei der Anpassung der Kontaktlinsen ausführlich und erklären auch, welche Nutzungs- und Tragedauer am besten geeignet ist.

Onlinekauf, Kauf beim Optiker, Augenarzt, Drogeriemarkt oder in der Apotheke

Sind alle Werte für den Kontaktlinsenkauf vorhanden, ist der Onlinekauf in vielen Fällen die erste Wahl. Bequem von zu Hause aus können die Kontaktlinsen in einem passenden Kontaktlinsen Online-Shop bestellt werden – zu guten Konditionen und in einer großen Auswahl. Gerne werden dazu gleich die passenden Pflegemittel angeboten, sodass Komplettpakete genutzt werden, die einen Vorteilspreis mit sich bringen.

Ob das der beste Weg ist, entscheidet jeder Kunde für sich selbst. Es besteht zusätzlich immer die Möglichkeit, die Kontaktlinsen beim Optiker, beim Augenarzt, in der Drogerie oder in der Apotheke zu kaufen. Selbst einige Supermärkte halten diese in ihrem Sortiment bereit, bieten jedoch meist eine überschaubare Auswahl an.

Ein gut sortierter Onlineshop hat nahezu jeden Kontaktlinsenanbieter mit dem kompletten Sortiment gelistet. Sind alle für den Kontaktlinsenkauf notwendigen Werte professionell ermittelt worden, kann über die unterschiedlichen Sucheinstellungen schnell die passende Kontaktlinse gefunden werden. Der Versand erfolgt in der Regel innerhalb weniger Tage.

Werden die Kontaktlinsen bei einem Augenarzt, Optiker oder in der Apotheke gekauft, können die passenden Kontaktlinsen anhand des Kontaktlinsenpasses bestellt werden. Hingegen kannst Du bei der Drogerie und im Supermarkt nur Standardlinsen mit festen Werten kaufen. Zudem sind diese Linsen nicht aus hochwertigen HighEnd-Materialien gefertigt und können dadurch zu Augenreizungen führen.

Generell ist der Erwerb von Kontaktlinsen beim Augenarzt oder Optiker empfehlenswert. Hier wird eine professionelle Beratung geboten, wodurch der Kauf ungeeigneter Kontaktlinsen ausgeschlossen ist. Langfristig kann die Möglichkeit des Onlinekaufs jedoch eine bequeme Alternative darstellen.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Nur wenn bestimmte medizinische Indikationen vorliegen, werden die Kosten für Kontaktlinsen von den Krankenkassen übernommen. Dazu gehören:

  • eine Fehlsichtigkeit von mindestens 8 Dioptrien
  • eine Hornhautverkrümmung ab 3 Dioptrien
  • eine Erkrankung der Hornhaut (Keratokonus)
  • eine Linsenlosigkeit, die bei Kataraktoperationen möglich ist
  • bei einer Differenz von mindestens 2 Dioptrien in der Sehstärke von beiden Augen
  • bei Augenerkrankungen, die mithilfe von Kontaktlinsen eine deutliche Verbesserung der Sehleistung im Vergleich zur Brille erzielen

Besteht Bedarf für eine Kostenübernahme, muss der Augenarzt ein Rezept ausstellen, das in Kombination mit einem Kostenvoranschlag bei der Krankenkasse eingereicht wird.

Fazit

Der Kauf von Kontaktlinsen ist online ebenso möglich wie im stationären Handel. Damit die individuell am besten geeigneten Kontaktlinsen erworben werden können sind professionell ermittelte Werte notwendig. Vor dem ersten Kauf von Kontaktlinsen muss eine Anpassung durch einen Augenoptiker oder Augenarzt erfolgen.

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