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So pflegst Du Deine Kontaktlinsen richtig
Die Reinigung Deiner Kontaktlinsen ist Dir egal? Dann musst Du wohl bald tief in die Tasche greifen. Eine falsche und unzureichende Reinigung von Kontaktlinsen verringert nämlich deren Lebensdauer und führt darüber hinaus zu Augenreizungen!
geschrieben von Moritz Wettstein am 30. Dezember 2021 und geprüft von Optikermeister Hans-Peter Platten
Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft.
Kontaktlinsen richtig reinigen - im Lauf des Alltags setzen sich hartnäckige Ablagerungen auf Deinen Kontaktlinsen ab

Kontaktlinsen richtig reinigen – im Lauf des Alltags setzen sich hartnäckige Ablagerungen auf Deinen Kontaktlinsen ab, die durch eine gründliche Reinigung entfernt werden müssen. Anderenfalls gelangen die Unreinheiten in Deine Augen und können dort teilweise schwere Augenreizungen und -entzündungen hervorrufen. Dabei ist die Pflege der Linsen nicht einmal aufwendig. Wir zeigen Dir genau, was Du machen musst!

Kontaktlinsen reinigen? Muss das sein?

Eine optimale Pflege von Kontaktlinsen ist die Grundvoraussetzung für eine hohe Langlebigkeit der Linsen und einen guten Tragekomfort. Aufgrund von Staub- und Schmutzpartikeln sowie klassischen Ablagerungen wie Make-up und Partikeln aus der Tränenflüssigkeit, ist eine gründliche Reinigung der Kontaktlinsenoberfläche täglich notwendig. Ausgeschlossen sind lediglich Tageslinsen, die nach einem einmaligen Tragen direkt entsorgt werden müssen. Hinzu kommen sogenannte Dauerlinsen, die eine durchgängige Tragezeit von 14 oder 30 Tagen haben. Sie werden am Abend nicht vom Auge genommen und unterliegen dadurch keiner täglichen Reinigung.

Die gründliche Reinigung von Kontaktlinsen ist nicht nur für die Entfernung von Schmutzpartikeln notwendig. Sie schützt auch vor hartnäckigen Ablagerungen, die im Ernstfall zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können.


Wird die Augengesundheit beeinträchtigt, zeigt sich dies unter anderem durch Augenrötungen, Augenbrennen und im ungünstigsten Fall durch Augenentzündungen. Das kann soweit führen, dass ein Tragen der Kontaktlinsen nur noch teilweise oder gar nicht mehr möglich ist. Mit der richtigen Pflege der Kontaktlinsen wird das jedoch verhindert.

Zur richtigen Pflege gehört auch immer das passende Pflegeprodukt. Es muss speziell für die Kontaktlinsen ausgewählt werden und zu den Linsen sowie zum Kontaktlinsenträger passen.

Bei der Reinigung von Kontaktlinsen muss immer zwischen weichen Kontaktlinsen und formstabilen beziehungsweise harten Kontaktlinsen unterschieden werden. Es besteht ein unterschiedlicher Pflegeaufwand, den wir ebenfalls in dieser ausführlichen Beschreibung genauer betrachten möchten.

Ohne die richtige Pflege – keine gute Sicht

Die richtige Pflege der Kontaktlinsen unterstützt die Augengesundheit und sorgt für eine Langlebigkeit der Linsen. Ohne eine intensive Pflege ist es nicht möglich, Kontaktlinsen über einen längeren Zeitraum zu tragen. Ausgenommen sind hier Tageslinsen und Dauerlinsen, die entweder keine oder lediglich eine unregelmäßige Pflege benötigen. Tageslinsen werden nach dem einmaligen Tragen entsorgt, Dauerlinsen dauerhaft für 14 oder 30 Tage am Stück getragen.

Die zielführende Pflege hängt unter anderem von den eingesetzten Pflegemitteln ab. Zur Verfügung stehen dafür unterschiedliche Aufbewahrungs- und Pflegeprodukte. Hier lohnt es, vor der Erstanwendung eine individuelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Nur so kann eine Zusammenstellung der Pflegemittel erfolgen, die zu den Kontaktlinsen und zum Träger passt. Berücksichtigt werden hierbei unter anderem Allergien und Unverträglichkeiten, die beim Kontaktlinsenträger auftreten. Ferner wird auf die Art der Kontaktlinsen und die Wünsche des Trägers geachtet.

Möglichkeiten der Kontaktlinsenreinigung

Für die Reinigung von Kontaktlinsen stehen unterschiedliche Pflegemittel zur Verfügung. Unterschieden wird in All-in-One Lösungen und in die Nutzung von Einzelkomponenten. Bei den Einzelkomponenten setzt man auf Peroxidsysteme, Kochsalzlösungen, Proteinentferner und Nachbenetzungslösungen. Auf all diese Möglichkeiten gehen wir nun genauer ein.

1. Das Rundumpaket: All-in-One-Lösung

Moderne All-in-One Systeme sind hervorragend für alle Kontaktlinsen-Typen geeignet. Sie sind sehr beliebt und können sogar bei Silikonhydrogel-Linsen zum Einsatz kommen. Sie werden auch als Kombi-Lösungen bezeichnet, die speziell für weiche Kontaktlinsen konzipiert wurden. Die Reinigungssysteme bestehen aus einer Reinigung, Desinfektion, Nachbenetzung und Proteinentfernung. Für den Kontaktlinsenträger bedeutet das, dass der mit einer All-in-One-Lösung in der Lage ist, alle wichtigen Pflegeschritte mit einem einzigen Pflegemittel durchzuführen. Das erspart viel Zeit und letztendlich auch Geld.


All-in-One Lösungen sind auch für Allergiker geeignet.

2. Peroxidsysteme

Wird eine besonders gründliche und intensive Reinigung von Kontaktlinsen gewünscht, dann ist ein Peroxidsystem die richtige Entscheidung. Besonders Jahreslinsen, die eine lange Tragezeit besitzen, sollten möglich mit einem Peroxidsystem gereinigt werden. Innerhalb des Systems sorgt das Wasserstoffperoxid für die gründliche Sauberkeit in kürzester Zeit. Bei den Peroxidsystemen gibt es unterschiedliche Produkte.

Einige weisen beispielsweise eine besonders kurze Neutralisationszeit von lediglich zwei Stunden auf, sodass die gereinigten Kontaktlinsen auch wieder schnell genutzt werden können. Hinzu kommt, dass die Lösungen frei von Konservierungsstoffen und dadurch besonders schonend sind.

Unterschieden wird bei den Peroxidsystemen bezüglich ihrer Zusammensetzung. Es gibt das 1-Schritt-Peroxidsystem, bei dem mit speziellen Neutralisationstabletten gearbeitet werden muss. Dafür wird ein Spezialbehälter benötigt, damit die Reinigung ordnungsgemäß stattfinden kann. Hinzu kommen Peroxid-Lösungen, bei denen ein Katalysatorbehälter benötigt wird. Die Peroxid-Lösung wird in den Katalysatorbehälter gegeben und dort automatisch aufgelöst.

3. Kochsalzlösungen

Vor dem Einsetzen sollten Kontaktlinsen immer noch einmal mit Kochsalzlösung abgespült und benetzt werden. Dadurch können Reste des Kontaktlinsenreinigers rückstandslos entfernt werden. Dies ist notwendig, da in manchen Kochsalzlösungen Spuren von Konservierungsstoffen enthalten sind, die bei einer Unverträglichkeit zu Augenreizungen führen können.

Ferner können Kontaktlinsen bedenkenlos in einer Kochsalzlösung gelagert werden. Beispielsweise dann, wenn die Kontaktlinsen unterwegs einmal herausgenommen werden müssen und kein Kontaktlinsenreiniger zur Hand ist.

4. Proteinentferner

Um eine gründliche Pflege der Kontaktlinsen vornehmen zu können, ist der Proteinentferner (auch Enzymreiniger genannt) besonders bei Jahreslinsen wichtig. Im Tränenfilm des Menschen sind verschiedene Proteine enthalten. Diese können sich bei längerem Tragen auf den Kontaktlinsen ablagern und dann zu Sehbeeinträchtigungen oder zu Entzündungen am Auge führen. Mithilfe des Proteinentferners werden diese Ablagerungen entfernt, sodass nicht nur eine perfekte Sicht gegeben ist, sondern die Kontaktlinsen auch immer hygienisch rein sind.

5. Nachbenetzung

Die Nachbenetzungslösung ist kein klassischer Reiniger für Kontaktlinsen, sondern ein zusätzliches Produkt, das gegen ein Trockenheitsgefühl am Auge hilft. Lange Tragezeiten und ungünstige klimatische Verhältnisse sowie trockene Luft durch Klimaanlagen und Lüftungen erzeugen trockene Augen. Mit einer Nachbenetzungslösung wird dieser Prozess aufgebrochen und die Augen werden wieder beruhigt. Die Nachbenetzungslösung wird Lokal am Auge angewendet und mit wenigen Tropfen in den Bindehautsack eingetropft.

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Kontaktlinsen richtig aufbewahren

Die passende Aufbewahrung von Kontaktlinsen ist wichtig, um die Augengesundheit zu schützen und die Lebensdauer der Kontaktlinsen nicht einzuschränken. Ferner erlaubt nur eine optimale Aufbewahrung eine exakte Reinigung und Desinfektion der Kontaktlinsen.

Je nach Kontaktlinsen-Typ gibt es unterschiedliche Aufbewahrungsmöglichkeiten. Tageslinsen benötigen beispielsweise keine Aufbewahrung, da sie nach dem Tragen direkt entsorgt werden. Ein weiterer Sonderfall sind „Tag- und Nacht-Linsen“, die 14 beziehungsweise 30 Tage am Stück getragen werden. Auch hier ist eine Aufbewahrung nicht zwingend notwendig, da die Kontaktlinsen nicht vom Auge genommen und nach dem Tragen direkt entsorgt werden. Alle anderen Kontaktlinsen-Typen müssen täglich in einem Aufbewahrungsbehälter eingelagert und gereinigt werden. In der Regel geschieht dies über Nacht, wenn die Kontaktlinsen nicht getragen werden. Zu diesen Kontaktlinsen-Typen gehören die Wochenlinsen, Monatslinsen und Jahreslinsen.

Kontaktlinsen werden in dem Behälter nicht nur aufbewahrt, sondern gleichzeitig auch gereinigt und gelagert. Das Pflegemittel bestimmt, welcher Kontaktlinsenbehälter benutzt wird. Es gibt Kontaktlinsenbehälter, die zwei separate Behältnisse bereithalten. Die kleinen Behältnisse sind auf dem Deckel mit einem R und einem L beschriftet – für die jeweilige Linse.

Solche Kontaktlinsenbehälter sind für All-in-One-Lösungen geeignet, da in diese Behälter lediglich eine Flüssigkeit eingefüllt werden kann.

Wird ein Peroxidsystem zur Anwendung gebracht, kommt ein anderer Behälter zum Einsatz. Es gibt Behälter mit Katalysator, der sich im unteren Bereich des Behältnisses befindet und es gibt Behälter ohne Katalysator. Bei diesen Kontaktlinsenbehältern sind die Kontaktlinsen in einer Kammer untergebracht. Die Trennung zwischen rechter und linker Kontaktlinse erfolgt durch zwei kleine Körbchen, die mit dem Deckel in den Behälter eingetaucht werden. Bei den Kontaktlinsenbehältern und für Peroxidsysteme muss berücksichtigt werden, dass diese nicht luftdicht schließen, da sich durch den Reinigungsprozess Gase im Behälter bilden. Löcher im Deckel sorgen für ein Entweichen der Gase.

Beide Varianten sind für harte und für weiche Kontaktlinsen geeignet. Zusätzlich gibt es für harte beziehungsweise formstabile Kontaktlinsen separate Behälter, bei denen mithilfe von einer weichen Halterung die Kontaktlinsen so im Behälter untergebracht werden können, dass sie nicht verrutschen und man einen einfachen Zugriff darauf hat. Die speziellen Linsenbehälter sind auslaufsicher und daher nur für Kontaktlinsen geeignet, die mit einem All-in-One-System gereinigt werden.

Häufige Fehler bei der Pflege von Kontaktlinsen

Trotz aller Hinweise bei der ersten Kontaktlinsenanpassung gibt es viele Fehler, die im Nachgang von den Kontaktlinsenträgern gemacht werden. Diese Fehler beziehen sich auch auf die Reinigung und die Aufbewahrung der Kontaktlinsen. Wir möchten hier die fünf häufigsten Fehler vorstellen und kurz erläutern, warum diese nicht begangen werden sollten.

1. Fehler: Kontaktlinsen werden mit Wasser gereinigt

Auch wenn kein passendes Reinigungsmittel zur Hand ist, dürfen Kontaktlinsen nicht mit Leitungswasser oder Mineralwasser gereinigt werden. Das Wasser enthält Kalk und Keime, die sich auf der Kontaktlinse festsetzen und die zu Infektionen und Erkrankungen am Auge führen können. Bei Kontaktlinsen reicht es nämlich nicht aus, wenn diese lediglich oberflächlich von Verschmutzungen und Ablagerungen befreit werden. Sie müssen komplett frei von krankheitserregenden Keimen sein. Deshalb müssen Kontaktlinsen immer in einer Reinigungslösung und in einer Desinfektionslösung gereinigt und aufbewahrt werden.

2. Fehler: Kontaktlinsenbehälter werden nicht gereinigt

Wie die Kontaktlinsen muss auch der Behälter täglich gereinigt werden. Dazu gehört, dass das Reinigungsmittel jeden Tag frisch in den Kontaktlinsenbehälter gefüllt wird. Und zwar dann, wenn die Kontaktlinsen vom Auge genommen werden. Nach dem Entnehmen der Kontaktlinsen aus dem Behälter muss der Behälter entleert werden und an einem sauberen Ort offen platziert werden können. So kann er vollständig trocknen und bleibt keimfrei. Ferner sollte der Kontaktlinsenbehälter spätestens im Rhythmus von drei Monaten ausgetauscht werden.

3. Fehler: Hände werden nicht gewaschen

Bevor Kontaktlinsen angefasst werden, müssen die Hände gründlich gewaschen werden. Am besten mit einer unparfümierten Seife, die keine Cremes oder ähnliches enthält, sondern einfach nur reinigt und sich leicht von den Händen abwaschen lässt.

Vor dem Einsetzen und vor dem Herausnehmen der Kontaktlinsen müssen die Hände gewaschen werden, damit es nicht zu Infektionen und zu Verunreinigungen an der Kontaktlinse und damit dem Auge kommt.

4. Fehler: Kontaktlinsen werden nicht regelmäßig gereinigt

Werden die Kontaktlinsen nicht täglich gereinigt, schlägt sich das schnell auf die Augengesundheit und die Sehleistung nieder. Sobald die Kontaktlinsen vom Auge genommen werden, müssen sie gereinigt werden. Es reicht nicht, wenn sie nur alle zwei Tage oder aller drei Tage gereinigt werden. Der tägliche Reinigungsprozess umfasst neben einer mechanischen auch eine chemische Reinigung beziehungsweise Desinfektion im Kontaktlinsenbehälter.

5. Fehler: Falsches Pflegemittel wird verwendet

Der Augenarzt oder Augenoptiker empfehlen bei der Erstanpassung ein Pflegemittel, dass zur Anwendung gebracht werden soll. Es gibt viele verschiedene dieser Mittel, die sich hinsichtlich ihrer Zusammensetzung unterscheiden. Jeder Kontaktlinsenträger benötigt das für ihn am besten geeignete Pflegemittel, damit die Qualität der Kontaktlinsen erhalten bleibt und die Augen keinen Schaden nehmen. Das Pflegemittel sollte nicht eigenständig gewechselt werden. Es sollten auch keine verschiedenen Pflegemittel im Wechsel genutzt werden.

Fazit

Die Reinigung von Kontaktlinsen ist keine Zauberei, muss aber gründlich und nach Anweisung erfolgen. Spezielle Pflegemittel und Kontaktlinsenbehälter helfen dabei, dass Kontaktlinsen wie auch die Augen keinen Schaden durch das Tragen der Linsen nehmen. Bei Nichteinhalten dieser Regeln leiden nicht nur die Kontaktlinsen, sondern auch die Gesundheit der Augen.

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