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Vergleich: Harte Kontaktlinsen vs. Weiche Kontaktlinsen
Weiche oder harte Kontaktlinsen? Dieser Frage muss sich jeder Kontaktlinseneinsteiger stellen. Doch die Entscheidung kann durchaus schwer sein – immerhin überzeug jede Art mit bestechenden Vorteilen. Wir helfen Dir dabei!
geschrieben von Moritz Wettstein am 30. Dezember 2021 und geprüft von Optikermeister Hans-Peter Platten
Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft.
Harte Kontaktlinsen vs. Weiche Kontaktlinsen - Weiche Kontaktlinsen sind für besonders guten Tragekomfort und eine große Auswahl bekannt.

Weiche Kontaktlinsen sind für besonders guten Tragekomfort und eine große Auswahl bekannt. Nicht ohne Grund werden weiche Linsen von den meisten Kontaktlinsenträgern gewählt. Doch auch harte Kontaktlinsen haben ihre Vorteile. Sie können auch stärkere Fehlsichtigkeiten korrigieren und können problemlos über einen langen Zeitraum hinweg getragen werden. Du entscheidest selbst, welche Linsenart zu deinem Alltag passt. Doch auch der Augenarzt hat noch ein Wort mitzureden, da manche Kontaktlinsenarten aufgrund von Unverträglichkeiten ausgeschlossen werden müssen.

Ohne Augenuntersuchung keine Kontaktlinsen

Kontaktlinsen werden in weiche und harte (formstabile) Kontaktlinsen unterteilt. Welche Kontaktlinsenart genutzt werden kann, bestimmt der Augenarzt oder Augenoptiker. Dafür ist zunächst eine umfangreiche Augenuntersuchung notwendig, bei der nach Erkrankungen oder Unverträglichkeiten des Auges geschaut wird. Daraufhin wird entschieden, ob das Tragen von Kontaktlinsen grundsätzlich geeignet ist oder nicht. Wenn das Tragen von Kontaktlinsen möglich ist, wird die passende Kontaktlinse anhand der individuellen Ansprüche und der Untersuchungsergebnisse ausgewählt. Wichtige Faktoren bei der Auswahl sind unter anderem die Sehkraft, die Beschaffenheit der Hornhaut und des Tränenfilms sowie die Tragedauer und der geplante Verwendungszweck der Linsen.

Weiche Kontaktlinsen für hohen Komfort

Weiche Kontaktlinsen erfreuen sich einer besonders großen Beliebtheit. Durch ihren hohen Wassergehalt und den Silikonanteil fühlen sie sich meist sehr angenehm auf dem Auge an. Der hohe Tragekomfort ist ein wichtiges Kriterium für die Auswahl von weichen Kontaktlinsen.

Ein weiterer Vorteil weicher Kontaktlinsen ist ihre große Vielfalt. Der Kontaktlinsenträger kann sich zwischen Tageslinsen, Wochenlinsen, Monatslinsen, Jahreslinsen sowie Farblinsen und auch Motivlinsen entscheiden. Die Auswahl ist so groß und vielfältig, dass jeder beliebige Anspruch bedient werden kann. Häufig bevorzugen Gelegenheitsnutzer weiche Kontaktlinsen. Besonders Tageslinsen sind dann sehr zu empfehlen, da sie nach dem Tragen nicht gereinigt werden müssen, sondern sofort entsorgt werden. Vorteilhaft sind sie immer dann, wenn die Kontaktlinsen nur beim Sport oder nur gelegentlich bei Abendveranstaltungen oder ähnlichen Terminen getragen werden.

Werden die Kontaktlinsen jedoch täglich und getragen, sind weiche Kontaktlinsen trotz dem hohen Tragekomfort meist nur die zweite Wahl. Denn dann sind formstabile Kontaktlinsen nicht nur hinsichtlich des Preises die bessere Entscheidung, sondern auch aufgrund der langfristigen Verträglichkeit die bessere Wahl.

Sowohl weiche Kontaktlinsen als auch formstabile Kontaktlinsen erfordern eine perfekte Anpassung durch einen Augenarzt oder -optiker. Gleiches gilt für eine regelmäßige und gründliche Reinigung. Ausgenommen von der Reinigung sind Tageslinsen.

Harte Kontaktlinsen für starke Sehschwächen

Harte Kontaktlinsen werden aus einem speziellen, sauerstoffdurchlässigen Material gefertigt und bieten aus diesem Grund eine besonders hohe Augenverträglichkeit. Wenn die Kontaktlinsen jeden Tag über einen längeren Zeitraum getragen werden sollen, stellen die formstabilen Linsen die gesündeste Alternative dar.

Ein großer Vorteil von harten Kontaktlinsen liegt darin, dass sie permanent von neuer Tränenflüssigkeit unterspült werden. Sie benötigen daher einen geringeren Wasseranteil im Linsenmaterial als das bei weichen Linsen der Fall ist. Außerdem behalten sie dadurch dauerhaft ihre Form. Die Augen werden beim Tragen mit ausreichend Sauerstoff versorgt und können aufgrund der Konsistenz der harten Kontaktlinsen nicht austrocknen.

Des Weiteren sind formstabile Kontaktlinsen besonders gut für die Korrektur von schwerwiegenden Fehlsichtigkeiten geeignet – beispielsweise ein starker Astigmatismus oder besonders hohe sphärische Korrekturwerte. Außerdem haben harte Kontaktlinsen einen kleineren Durchmesser als weiche Linsen und schwimmen dadurch ausschließlich auf der Hornhaut. Anders als bei weichen Linsen steht die Lederhaut dabei nicht in Kontakt mit der Linse. Aus diesem Grund ist es möglich, kleine Unregelmäßigkeiten der Hornhaut direkt durch die Tränenflüssigkeit zu korrigieren.

Ein Nachteil harter Linsen ist deren vergleichsweise lange Eingewöhnungszeit. Viele Kontaktlinsenträger nehmen sie sie zu Beginn als Fremdkörper auf dem Auge wahrgenommen wahr. Außerdem ist die Anpassung von harten Linsen aufwändiger als bei weichen Linsen. Nach einer erfolgreichen Anpassung und einer gut überstanden Eingewöhnungszeit werden harte Linsen ein treuer Begleiter sein, der sehr gute Sehergebnisse liefert und gleichzeitig die Augengesundheit unterstützt.

Hybridlinsen – der Kompromiss zwischen weichen und harten Kontaktlinsen

Hybridlinsen vereinen die Vorteile von weichen und von harten Kontaktlinsen in nur einer Kontaktlinse. Sie überzeugen durch einen hohen Tragekomfort und bieten gleichzeitig eine herausragende Sehleistung. Diese besondere Linsenart wurde bereits im Jahr 1976 in den USA entwickelt, konnte sich jedoch nie so richtig gegenüber anderen Kontaktlinsenarten durchsetzen. Der Grund dafür liegt in deren Haltbarkeit, die im Vergleich zu herkömmlichen Jahreslinsen wesentlich geringer ist.

Hybridlinsen bestehen aus zwei Teilen, die jeweils aus einem unterschiedlichen Material bestehen. Sie setzen sich aus einem zentralen formstabilen Kern und einem weichen Rand zusammen. Die formstabile Zone im Zentrum der Linsen verfügt über einen hohen DK-Wert und ermöglicht dadurch eine maximale Sehleistung. Der weiche Rand wird aus Silikon-Hydrogel gefertigt und ermöglicht eine vereinfachte Anpassung sowie einen hohen Tragekomfort. Da sowohl die formstabile Zone wie auch der weiche Rand individualisierbar sind, bieten die Hybridlinsen eine hohe Verträglichkeit und einen optimalen Sitz.

Hybridlinsen werden als Einstärkenlinsen und als Mehrstärkenlinsen angeboten. Somit können nahezu sie alle Fehlsichtigkeiten korrigieren. Trotz dessen kommen sie hauptsächlich dann zum Einsatz, wenn eine Speziallinse aufgrund komplizierter Voraussetzungen am Auge benötigt wird.

Unser Hinweis: Liegt eine komplizierte Fehlsichtigkeit vor oder ist die Beschaffenheit des Auges auffällig, sollte bei der Anpassung gezielt nach Hybridlinsen gefragt werden.

Fazit

Egal ob weiche oder harte Kontaktlinsen – jede Linsenart hat ihre Vor- und Nachteile. Wer die Vorteile der weichen und harten Linsen in einer Linse vereinen will, sollte sich auf Hybridlinsen konzentrieren. Deren Nutzung kann besonders bei starken Fehlsichtigkeiten empfehlenswert sein.

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